Paarungshotspot Hawaii

Möglicher Paarungs-Hotspot für Tigerhaie

Foto von Fabienne Albertz von SHARKVOICE e.V.
von Fabienne Albertz

Vor Hawaiis Küste könnte ein Paarungs-Hotspot der Tigerhaie liegen – neue Forschung liefert spannende Hinweis

Was dich erwartet:

  • Tigerhaie: Faszinierende Jäger 
  • Wanderverhalten: Beeindruckende Distanzen und flexible Tiefen
  • Langzeitstudie über sechs Jahre: 59 Tigerhaie im Fokus
  • Hinweise auf einen gezielten Paarungsort

Tigerhaie: Faszinierende Jäger 

Der Tigerhai gehört zweifellos zu den bekanntesten, aber auch am meisten gefürchteten Bewohnern unserer Ozeane. Als einer der größten Raubfische der Welt spielt er eine entscheidende Rolle im marinen Ökosystem. Doch jenseits seines oft einseitigen Rufs als "Menschenfresser" verbirgt sich ein hochintelligenter und bemerkenswert anpassungsfähiger Jäger, dessen Lebensweise faszinierende Einblicke in die Dynamik der Meere gewährt.

Tigershark

© Susi Grabosch

Wanderverhalten: Beeindruckende Distanzen und flexible Tiefen

Tigerhaie sind keine stationären Tiere, sondern legen auf ihren Wanderungen gewaltige Distanzen zurück. Saisonal pendeln sie oft zwischen kühleren und wärmeren Gewässern, wobei sie im Winter meist näher an den Äquator ziehen. Auch in der vertikalen Dimension zeigen sie sich flexibel: Obwohl sie häufig an der Wasseroberfläche gesichtet werden, tauchen sie regelmäßig in Tiefen von bis zu 350 Metern ab, um dort nach Nahrung zu suchen.

Nach jahrelanger Forschung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hawaiʻi Institute of Marine Biology nun einen bislang unbekannten möglichen Paarungsort von Tigerhaien identifiziert: die Gewässer vor Olowalu an der Küste der hawaiianischen Insel Maui. In den Monaten Januar und Februar beobachtete das Forschungsteam dort über mehrere Wochen hinweg eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Tigerhaien in einem mehrere Kilometer großen Meeresgebiet.

Zeitgleich halten sich in diesen warmen Gewässern auch Buckelwale auf, um ihre Kälber zur Welt zu bringen. Diese zeitliche Überschneidung legt nahe, dass die Haie den Ort und den Zeitraum nicht nur zur Fortpflanzung, sondern möglicherweise auch wegen zusätzlicher Nahrungsquellen auswählen. Dazu könnten beispielsweise Walplazenta oder auch verendete Walkälber gehören, die den Haien eine energiereiche Nahrungsquelle bieten.

Langzeitstudie über sechs Jahre: 59 Tigerhaie im Fokus

Über einen Zeitraum von sechs Jahren verfolgte das Forschungsteam insgesamt 59 Tigerhaie mithilfe akustischer Sender. Ein Netzwerk aus 26 Empfängern rund um die Hawaii-Inseln ermöglichte es, die Wanderbewegungen der Tiere detailliert nachzuverfolgen und so neue Einblicke in ihr Paarungsverhalten zu gewinnen.

Hinweise auf einen gezielten Paarungsort

Die Forschenden nennen mehrere Hinweise darauf, dass es sich bei der Ansammlung vor Maui nicht nur um eine Reaktion auf das Nahrungsangebot handelt, sondern gezielt um einen Treffpunkt zur Fortpflanzung:

  • Saisonale Paarungszeit: Tigerhaie paaren sich im Winter – genau dann, wenn auch die Buckelwale in die Region kommen.
  • Hoher Anteil geschlechtsreifer Tiere: Rund 80 Prozent der erstmals registrierten Haie waren geschlechtsreif und stammen nicht dauerhaft aus dem Gebiet.
  • Typische Verletzungen durch Paarung: Mehrere Tiere wiesen frische Bisswunden und Schürfungen im Bereich der Geschlechtsorgane auf – übliche Spuren ruppiger Hai‑Paarungen.
  • Dreijährige Tragzeit: Nur eines der Weibchen aus Oʻahu kehrte innerhalb der folgenden zwei Jahre zurück – ein Hinweis darauf, dass Weibchen nur alle drei Jahre zum Paarungsort ziehen.

Offene Fragen: Nahrung oder Fortpflanzung – oder beides?

Trotz dieser Hinweise betonen die Forschenden, dass endgültige Gewissheit erst weitere Untersuchungen bringen werden. Der Einsatz von Kameras an den Tieren könnte künftig direkt zeigen, ob die Tigerhaie tatsächlich gezielt zur Paarung nach Maui kommen – oder ob das reichhaltige Nahrungsangebot weiterhin eine entscheidende Rolle spielt.

Weiterführende Informationen

Mehr zu dieser Forschung auf https://www.nature.com/articles/s41598-025-27742-y oder demnächst wieder bei sharkvoice.org.

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