Leuchtende Haie: Das Geheimnis der Biolumineszenz

von Marcus Burghardt

Entdecke die Geheimnisse leuchtender Haie! Erfahre alles über Biolumineszenz, Tarnung und Jagd in der Tiefsee.

Was dich erwartet:

  • Was ist Biolumineszenz?
  • Welche Haie leuchten?
  • Wie erzeugen Haie Licht?
  • Wo leben diese leuchtenden Haie?
  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Biolumineszenz – die Fähigkeit, selbst Licht zu erzeugen – ist eines der faszinierendsten Phänomene der Tiefsee. Während viele Menschen dabei an Quallen oder Tintenfische denken, zeigen auch mehrere Haiarten dieses Leuchten. Aktuelle Forschungsergebnisse geben einen immer besseren Einblick in diese ungewöhnliche Anpassung. Diese Besonderheit macht sie zu einzigartigen Akteuren in den dunklen Zonen der Ozeane.

Was ist Biolumineszenz?

Biolumineszenz entsteht durch eine chemische Reaktion im Körper, bei der das Molekül Luciferin mit dem Enzym Luciferase reagiert. Dabei wird Energie in Form von Licht freigesetzt.

Bei Haien sitzen die lichtproduzierenden Organe – sogenannte Photophoren – meist in der Haut, häufig am Bauch oder entlang der Flanken.

Welche Haie leuchten?

 Mehrere Tiefseehaiarten wurden eindeutig als biolumineszent bestätigt. Besonders hervorzuheben sind:

Schokoladenhai (Dalatias licha)

  • Wird bis zu 1,80 m lang.
  • Gilt laut National Geographic als das größte bekannte biolumineszente Wirbeltier

Schwarzbauch-Laternenhai und Südlicher Laternenhai  (Familie Etmopteridae)

Dazu gehören u. a.:

  • Schwarzbauch-Laternenhai (Etmopterus lucifer)
  • Südlicher Laternenhai (Etmopterus granulosus)
  • Ninja Lanternshark (Etmopterus benchleyi) – eine neu entdeckte Art aus dem Pazifik, bekannt für ihr intensives Leuchten

Diese Arten leben in der mesopelagischen Zone (200–1000 m Tiefe), der sogenannten Dämmerungszone des Ozeans.

Der biolumineszierende Schwarzbauch-Laternenhai von unten betrachtet. Diese Tiere haben leuchtende Zellen auf ihrer Körperunterseite, die ihre Silhouette vor unter ihnen lauernden Räubern verbergen: Sie produzieren gerade genug Licht, um mit ihrer Umgebung zu verschmelzen.

Copyright: Jérôme Mallefet

Wie erzeugen Haie Licht?

Biolumineszente Haie besitzen Photophoren, winzige lichtproduzierende Organe in der Haut.
Dort laufen chemische Reaktionen ab, die Licht erzeugen – meist auf Basis von Luciferin.

Die Haie können:

  • Helligkeit regulieren,
  • Muster erzeugen,
  • große Leuchtflächen (z. B. am Bauch) aktivieren.

Die Photophoren bestehen aus:

  • Lichtzellen, die die chemische Reaktion durchführen
  • Pigmentschichten, die das Licht nach unten oder zur Seite abschirmen
  • Linsenstrukturen, die das Licht bündeln oder streuen

Haie können die Intensität ihres Leuchtens aktiv regulieren – vermutlich über hormonelle Steuerung.

Wozu dient das Leuchten?

 Tarnung (Counter-Illumination) und Täuschung

In der Dämmerungszone der Ozeane – der mesopelagischen Zone – kommt von oben noch etwas Restlicht. Haie nutzen ihr eigenes Licht, um ihre Silhouette von unten zu „verwischen“. Das macht sie für Beutetiere schwerer erkennbar.

Die wichtigste Funktion:
Haie leuchten am Bauch, um sich an das Restlicht von oben anzupassen.
Von unten betrachtet verschwinden sie optisch – ein enormer Vorteil gegenüber Räubern und Beute.

Kommunikation

Einige Muster könnten der innerartlichen Kommunikation dienen, etwa um Rivalen fernzuhalten oder Partner anzulocken. Das ist noch nicht vollständig erforscht, aber naheliegend.

Jagd und  Überleben

In der Tiefsee, wo Licht rar ist, kann Biolumineszenz helfen, Beute anzulocken oder Feinde zu verwirren. Beim Ninja-Laternenhai scheint das Leuchten ein klarer Vorteil im Überlebenskampf zu sein

Wo leben diese leuchtenden Haie?

Die meisten biolumineszenten Haie leben in großen Tiefen, typischerweise zwischen 200 und 1000 m – also dort, wo kaum Sonnenlicht hinkommt. Genau dort ist Biolumineszenz besonders verbreitet, nicht nur bei Haien, sondern auch bei Quallen, Garnelen und Kalmaren.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

  • Vor Neuseeland wurden 2020 mehrere leuchtende Haiarten erstmals im natürlichen Umfeld beim Leuchten beobachtet, darunter der Schwarzbauch-Laternenhai, der Südliche Laternenhai und der Schokoladenhai.
  • Der Ninja Lanternshark wurde mithilfe moderner Tiefseetechnik entdeckt und liefert neue Einblicke in die Anpassungen an extreme Dunkelheit.

Diese Funde zeigen, wie wenig wir über die Tiefsee wissen und wie viele Arten noch unentdeckt sein könnten.

Bedeutung der Biolumineszenz für die Forschung

Biolumineszenz hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern,

  • ökologische Beziehungen in der Tiefsee zu verstehen,
  • neue Arten zu identifizieren,
  • evolutionäre Anpassungen zu rekonstruieren.

Sie zeigt außerdem, dass selbst große Wirbeltiere komplexe Lichtsysteme entwickeln können – ein überraschender Befund.

Unser Fazit

Biolumineszenz bei Haien ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Anpassungsfähigkeit des Lebens in extremen Lebensräumen. Die Fähigkeit zu leuchten dient nicht nur der Tarnung, sondern auch der Kommunikation und möglicherweise der Jagd. Mit jeder neuen Entdeckung wird klarer, wie vielfältig und komplex die Tiefsee ist – und wie viel wir noch über diese geheimnisvollen Tiere lernen können.

  • Biolumineszenz ist bei mehreren Tiefseehaiarten nachgewiesen.
  • Das Leuchten dient vor allem der Tarnung, aber auch Kommunikation und Jagd.
  • Der Schokoladenhai ist das größte bekannte leuchtende Wirbeltier.
  • Neue Entdeckungen wie der Ninja Laternenhai erweitern unser Verständnis über die Anpassungen von Haien an die Tiefsee.

Unsere Quellen

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