
Haie im Golf von Tribugá: Schutz durch mehr Wissen

Auf der Suche nach den unbekannten Haien Kolumbiens
Was dich erwartet:
- Was lebt unter der Oberfläche des Golfes von Tribugá?
- Ein außergewöhnlicher Lebensraum
- Eine Wissenslücke, die wir schließen wollen
- Wissenschaft trifft lokales Wissen
- Wir gehen auf die Suche
- Was ist eDNA?
- Von ersten Daten zu langfristigem Schutz
- Warum jetzt?
- Eine gemeinsame Mission
- Hilf uns, die Haie von Tribugá sichtbar zu machen
Was lebt unter der Oberfläche des Golfes von Tribugá?
An der Pazifikküste Kolumbiens liegt ein Ort, der auf den ersten Blick wie ein Paradies wirkt: dichter tropischer Regenwald trifft auf kilometerlange Strände, Mangroven und das offene Meer. Buckelwale ziehen durch die Gewässer, Delfine sind unterwegs, Meeresschildkröten finden hier wichtige Lebensräume.
Und auch Haie sind hier zu Hause.
Doch obwohl der Golf von Tribugá zu den bedeutenden Lebensräumen für Haie und Rochen im östlichen tropischen Pazifik zählt, wissen wir über seine Haiwelt noch erstaunlich wenig.
Welche Arten leben hier? Wo halten sie sich auf? Und welche Gebiete sind für ihr Überleben besonders wichtig?
Gemeinsam mit unserer kolumbianischen Partnerorganisation Oceanidad wollen wir Antworten auf diese Fragen finden.

© Tatiana Rojas Hernández
Ein außergewöhnlicher Lebensraum
Der Golf von Tribugá liegt im Departamento Chocó an der kolumbianischen Pazifikküste. Die Region gehört zu den ökologisch wertvollsten Meeresgebieten des östlichen tropischen Pazifiks und ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Cupica-Tribugá-Baudó sowie eines Meeresschutzgebietes.
Auch für Haie ist die Region von besonderer Bedeutung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass der Golf unter anderem Fortpflanzungsgebiete für mehrere Hai- und Rochenarten sowie wichtige Lebensräume für den Walhai und den gefährdeten Hammerhai umfasst. Insgesamt wurden bisher 22 relevante Hai- und Rochenarten für das Gebiet dokumentiert.
Besonders spannend ist der Hammerhai: Forschungen zeigen, dass Jungtiere den Golf von Tribugá als Aufwuchsgebiet nutzen. Akustische Telemetrie hat zudem gezeigt, dass sich die Tiere im Golf bewegen und bestimmte Bereiche besonders intensiv nutzen.
Und trotzdem ist die Erforschung der Haifauna längst nicht abgeschlossen.
Denn ein großer Teil des Lebens unter der Wasseroberfläche bleibt unsichtbar.

© Felipe-Ladino-ArchilaMalpelo
Eine Wissenslücke, die wir schließen wollen
Oceanidad hat während seiner bisherigen Arbeit mit Meeressäugern bereits zweimal Walhaie im Golf von Tribugá beobachtet. Gleichzeitig berichten lokale Fischer und Community Scientists regelmäßig von Sichtungen weiterer Haiarten.
Diese Beobachtungen sind wertvoll. Doch bislang fehlt eine systematische Erfassung, die uns ein umfassenderes Bild der Haiwelt dieser Region ermöglicht.
Genau hier beginnt Sharks of Tribugá.
Gemeinsam mit Oceanidad wollen wir erstmals einen weiteren Schritt gehen: Wir wollen lokales Wissen, moderne wissenschaftliche Methoden und internationale Zusammenarbeit miteinander verbinden.
Denn:
Was wir kennen, können wir schützen.
Wissenschaft trifft lokales Wissen
Sharks of Tribugá ist deshalb mehr als ein Forschungsprojekt.
Oceanidad arbeitet seit Jahren mit den Menschen vor Ort zusammen. Lokale Fischer und Community Scientists kennen die Gewässer, ihre Strömungen und die Tiere, die dort leben. Sie sind regelmäßig auf dem Meer und können Beobachtungen machen, die für Wissenschaftler von außen nur schwer zugänglich wären.
Diese lokale Expertise verbindet Oceanidad mit wissenschaftlicher Forschung und Umweltbildung.
Wir von SHARKVOICE bringen unsere Erfahrung im internationalen Haischutz, unsere Bildungsarbeit und unser Netzwerk ein.
Gemeinsam entsteht daraus etwas Besonderes:
lokales Wissen + Wissenschaft + internationale Kooperation.
Genau diese Verbindung soll die Grundlage für ein langfristiges Hai-Monitoring im östlichen tropischen Pazifik schaffen.

Golf von Tribugá, © Google Maps
Wir gehen auf die Suche
Der erste Schritt besteht darin, potenzielle Hai-Hotspots zu identifizieren.
Dafür werden Fischer und Community Scientists befragt und ihr Wissen über Hai-Beobachtungen systematisch dokumentiert.
Anschließend geht es buchstäblich ins Wasser.
An ausgewählten Standorten sollen Wasserproben genommen und mittels eDNA untersucht werden.
Was ist eDNA?
Jedes Tier hinterlässt Spuren seiner DNA in seiner Umwelt – zum Beispiel über Hautzellen, Schleim oder andere biologische Rückstände.
Das bedeutet: Ein Wasserprobengefäß kann möglicherweise Hinweise darauf enthalten, welche Tiere sich zuvor in diesem Gebiet aufgehalten haben.
Mit der eDNA-Pilotstudie wollen wir testen, wie gut sich diese Methode unter den Bedingungen des Golfes von Tribugá einsetzen lässt und damit die Grundlage für weiterführende Untersuchungen schaffen.
Wenn Wetter und Sicherheitsbedingungen es erlauben, werden die Proben durch Unterwasserbeobachtungen und Videoaufnahmen ergänzt.
Wir suchen also nach Haien – ohne sie dafür fangen zu müssen.

© www.magnific.com - eDNA
Von ersten Daten zu langfristigem Schutz
Die Pilotphase ist bewusst nur der Anfang.
- Bis Ende 2026 sollen unter anderem erste potenzielle Hai-Hotspots identifiziert und kartiert, eine standardisierte eDNA-Pilotprobenahme durchgeführt und Unterwasser-Foto- und Videomaterial gesammelt werden.
- Gleichzeitig sollen lokale Community Scientists weitergebildet,
- ein geeigneter Partner für eDNA-Analysen in Kolumbien gefunden
- und eine gemeinsame Roadmap für ein langfristiges Hai-Monitoring entwickelt werden.
- Auch Umweltbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Bestandteil der Initiative.
Denn unser Ziel ist größer als eine einzelne Forschungsphase.
Aufbauend auf den ersten Ergebnissen könnten in einer nächsten Projektphase umfangreichere eDNA-Analysen, akustische Telemetrie und der Einsatz von Unterwasser-Receivern folgen. Auch die mögliche Verbindung von Walhai-Populationen zwischen Kolumbien und den Galápagos-Inseln soll perspektivisch untersucht werden.
Langfristig soll daraus ein internationales Forschungs- und Schutznetzwerk für Haie im östlichen tropischen Pazifik entstehen.
Warum jetzt?
Der Golf von Tribugá gehört zu den letzten weitgehend intakten Küstenökosystemen des östlichen tropischen Pazifiks. Gleichzeitig steht die Region unter zunehmendem Entwicklungsdruck. Unter anderem wird seit Jahren über einen möglichen Tiefseehafen diskutiert.
Je mehr sich eine Region verändert, desto wichtiger werden belastbare Daten darüber, welche Tiere dort leben und welche Lebensräume sie benötigen.
Wissenschaftliche Daten können sichtbar machen, was sonst unsichtbar bleibt.
Sie können zeigen, wo sich wichtige Lebensräume befinden, welche Arten vorkommen und wo Schutz besonders dringend notwendig ist.
Sharks of Tribugá soll deshalb nicht nur Wissen schaffen.
Es soll die Grundlage dafür schaffen, dieses Wissen später in Schutz zu übersetzen.

© Oceanidad
Eine gemeinsame Mission
Wir wissen noch nicht, welche Entdeckungen uns im Golf von Tribugá erwarten.
Vielleicht finden wir Arten, deren Vorkommen bisher nur vermutet wird.
Vielleicht entdecken wir wichtige Hai-Hotspots.
Vielleicht liefert die eDNA ganz neue Hinweise auf die Vielfalt dieses einzigartigen Meeresgebietes.
Was wir aber schon heute wissen:
Wir müssen genauer hinschauen.
Und wir müssen dabei nicht allein arbeiten.
Oceanidad bringt das Wissen und die Präsenz vor Ort ein. Community Scientists und lokale Fischer öffnen den Zugang zu einem Lebensraum, den sie seit Jahren kennen. Wissenschaftliche Partner können neue Methoden und Perspektiven beitragen.
Und wir als SHARKVOICE verbinden diese Arbeit mit unserer internationalen Erfahrung im Haischutz.
So wird aus einer ersten Pilotstudie eine gemeinsame Vision:
- Den Golf von Tribugá besser verstehen.
- Seine Haie sichtbar machen.
- Wissen schaffen.
- Und daraus langfristigen Schutz entwickeln.
Hilf uns, die Haie von Tribugá sichtbar zu machen
Sharks of Tribugá ist der Beginn einer Reise.
Eine Reise zu einem Ort, dessen Unterwasserwelt noch viele Geheimnisse birgt.
Mit deiner Unterstützung können wir diese ersten Schritte gehen:
- Forschung ermöglichen,
- lokale Community Scientists stärken
- und die wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Schutzmaßnahmen schaffen.
Denn Haischutz beginnt nicht erst dort, wo wir einen Hai retten.
Haischutz beginnt dort, wo wir anfangen, ihn wirklich zu verstehen.
Unterstütze SHARKS OF TRIBUGÁ
Hilf uns herauszufinden, welche Haie im Golf von Tribugá leben.
Denn was wir kennen, können wir schützen.
Sharks of Tribugá
Eine gemeinsame Initiative von SHARKVOICE × Oceanidad
(Kolumbien, Eastern Tropical Pacific, August 2026)
Du hast Fragen?

Dann wende dich an Marcus von SHARKVOICE:
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