
Laufende Haie: Neue Art in Papua‑Neuguinea

Laufhaie in Papua‑Neuguinea laufen über den Meeresboden und jagen in flachen Tümpeln
Was dich erwartet:
- Ein Hai, der läuft statt schwimmt – und warum diese Entdeckung so spektakulär ist
- Fische, die auf „Beinen” jagen gehen: So verrückt kommen Laufhaie zu ihrer Beute
- Wie sieht der neue Laufhai aus?
- Die „Laufe-Haie“ (Hemiscyllium Dudgeonae) Haie gehören zur Gattung der Bambus Haie
- Warum die Entdeckung wichtig ist
Ein Hai, der läuft statt schwimmt – und warum diese Entdeckung so spektakulär ist
Ein Hai, der mit seinen Flossen über den Meeresboden spaziert? Genau das haben Forscher vor Papua‑Neuguinea dokumentiert: Hemiscyllium dudgeonae, eine bislang unbekannte Art der sogenannten Laufhaie. Laut „Live Science“ wurde diese Form der Fortbewegung bei dieser Art noch nie zuvor beobachtet. Besonders überraschend: Diese Haie leben nicht in der Tiefe, sondern im extrem flachen Wasser, oft weniger als ein Meter tief. Für die Forschung ist das ein Hinweis auf eine bislang unterschätzte Biodiversität in Küstennähe.

© Mark V. Erdmann, Conservation International
Fische, die auf „Beinen” jagen gehen: So verrückt kommen Laufhaie zu ihrer Beute
Lauf- oder auch Bambushaie leben im Gegensatz zu den meisten Haiarten nicht auf offener See, sondern in der Nähe von Korallenriffen. Ihre Fähigkeit, im flachen Wasser auf ihren Flossen zu „laufen”, dient einer ganz besonderen Jagdmethode: Wenn das Meerwasser bei Ebbe zurückgeht, bleiben auf dem Korallenriff oft „Resttümpel” an Wasser zurück. Andere Fische sitzen dort fest und kommen nicht mehr weg.
Da in diesen kleinen, flachen Tümpeln das Wasser in der Sonne schnell warm wird, verpufft der Sauerstoff. Während normale Fische dann ums Überleben kämpfen, macht das Laufhaien kaum etwas aus. Anstatt festzusitzen, krabbeln sie einfach aus dem „schlechten” Wasser heraus, wandern über die trockenen Riffplatten zum nächsten Tümpel und schnappen sich dort ganz entspannt ihre Beute, die sich nicht mehr wehren kann.

© Citron, CC BY-SA 3.0
Wie sieht der neue Laufhai aus?
Der neu entdeckte Hemiscyllium dudgeonae trägt auffällige weiße Streifen und braune Punkte, die ihn dem leopardartig gefleckten Hemiscyllium michaeli ähneln. Diese Muster dienen nicht nur der Tarnung, sondern helfen auch, die Art taxonomisch einzuordnen – denn die Familie der Epaulettenhaie ist bekannt für ihre charakteristischen Schulterflecken.

© Blakeway et al 2026
Die „Laufe-Haie“ (Hemiscyllium Dudgeonae) Haie gehören zur Gattung der Bambus Haie
Im detail handelt es sich hier um die Epauletten Haie (Hemiscyllium (Gr.: Skylla + „hemi“ = halb)) sind eine Haigattung aus der Familie der Bambushaie (Hemiscylliidae). Sie beinhaltet derzeit zehn beschriebene Arten, die ausschließlich an den Küsten Indonesiens, Neuguineas, Nordaustraliens und möglicherweise auch bei den Salomon-Inseln vorkommen. Ihre deutschen Namen erhielten sie wegen der charakteristischen, an Epauletten erinnernden, dunklen Schulterflecke der Typusart (Hemiscyllium ocellatum) und einiger weiterer Arten, die auch zu einer sattelförmigen Struktur verschmolzen sein können.
Hemiscyllium-Arten haben einen sehr langgestreckten, schlanken Körper und erreichen eine Länge von 46 cm bis 1,10 Meter. Der Abschnitt vom Anus bis zum Beginn der weit hinten, kurz vor der Schwanzflosse sitzenden Afterflosse macht dabei mehr als 38 % der Länge aus, die Kopflänge vor den Kiemenöffnungen weniger als 13,3 %. Die Schnauze ist kurz, das Maß von den Augen bis zur Schnauzenspitze beträgt weniger als 3 % der Gesamtlänge. Augen und Supraorbitalleisten sind gut entwickelt. Die Nasenöffnungen befinden sich an der Schnauzenspitze. Die Nasal-Barteln sind kurz. Das Maul liegt etwas näher zur Schnauzenspitze als zu den Augen. Die unteren Labialfalten sind nicht miteinander verbunden. Brust- und Bauchflossen sind dick und mit kräftigen Muskeln versehen. Das Propterygium, ein Element des Brustflossenskeletts, ist mit dem Mesopterygium zusammengewachsen. Hemiscyllium-Arten haben in der Regel mehr als 180, teilweise bis zu 195 Wirbel.
Warum die Entdeckung wichtig ist
Die neue Art zeigt, wie wenig wir über die Biodiversität in flachen Küstenhabitaten wissen. Laufhaie sind ein Beispiel dafür, wie evolutionäre Innovationen entstehen, wenn Tiere in extremen Mikrohabitaten überleben müssen.
Für den Naturschutz bedeutet das:
Flache Küstenzonen sind Hotspots der Artenvielfalt – und dringend schützenswert.
Du hast Fragen?

Dann wende dich an Marcus von SHARKVOICE:
E-Mail schreibenGib Haien Hoffnung
Unterstütze uns mit deiner Spende dabei, Bildungsarbeit, Forschung und Schutzprojekte erfolgreich durchführen zu können.



