
Das UN‑Hochseeabkommen tritt heute in Kraft

Ein Meilenstein für „30x30“ und den globalen Meeresschutz wird Wirklichkeit
Was dich erwartet:
- Was genau ist heute passiert?
- Warum ist das Abkommen so wichtig?
- Was bedeutet das für den Haischutz?
- Was bedeutet das für „30x30“?
- Warum heute ein historischer Tag ist
Am 17. Januar 2026 ist das neue UN‑Hochseeabkommen (BBNJ – Biodiversity Beyond National Jurisdiction) offiziell in Kraft getreten – ein Ereignis, an dem die Welt seit zwei Jahrzehnten gearbeitet hat. Das Abkommen schafft erstmals einen rechtsverbindlichen globalen Rahmen, um die Hohe See zu schützen – jene internationalen Gewässer, die über 60 % des Ozeans und rund 40 % der Erdoberfläche ausmachen.
Und: Es ist ein zentraler Hebel, um das globale Ziel 30×30 zu erreichen – also 30 % der Ozeane bis 2030 unter Schutz zu stellen. Das wird jetzt erstmals rechtlich möglich.
Was genau ist heute passiert?
Das Abkommen wurde 2023 final verhandelt, brauchte aber mindestens 60 Ratifikationen. Diese Schwelle wurde am 19. September 2025 erreicht; 120 Tage später ist der Vertrag nun automatisch in Kraft getreten.
Damit gilt das BBNJ offiziell als internationales Recht, und die erstmalige Conference of the Parties (CoP) wird innerhalb eines Jahres stattfinden.
Warum ist das Abkommen so wichtig?
Die Hohe See war bisher kaum geschützt – nur etwa 1–1,5 % sind offiziell geschützt.
Mit dem neuen Vertrag können Staaten nun:
1. Meeresschutzgebiete auf der Hohen See einrichten (MPAs)
Zum ersten Mal gibt es einen globalen Mechanismus, um international verbindliche Schutzgebiete zu schaffen. Das ist essenziell, um das 30×30‑Ziel zu erreichen.
Zukünftig müssen Staaten nachweisen, dass Hochseeaktivitäten – von Fischerei bis potenziellem Tiefseebergbau – die Ökosysteme nicht gefährden.
3. Marine genetische Ressourcen fair teilen
Genetische Materialien aus der Hochsee – wichtig für Forschung und Pharma – werden künftig gerechter verteilt. Besonders Entwicklungsländer werden profitieren.
4. Kapazitätsaufbau und Technologietransfer stärken
Damit auch ärmere Staaten die neuen Regeln umsetzen können.
Was bedeutet das für den Haischutz?
Sehr viel.
Große Haiarten – insbesondere Wanderarten wie Blauhaie, Makos, Hammerhaie – verbringen große Teile ihres Lebens außerhalb nationaler Grenzen. Die Hohe See war bisher ein rechtsfreier Raum, in dem Überfischung kaum kontrolliert wurde.
Mit dem BBNJ‑Vertrag wird möglich:
- Wanderkorridore von Haien unter Schutz zu stellen
- Fangmengen und unregulierte Fischerei zu begrenzen
- Lebensräume wie Seeberge und Tiefseegebiete zu sichern
- Wissenschaftliche Daten über Hai-Biologie zu teilen
Das ist ein entscheidender Schritt, damit Arten, die seit Jahrzehnten massiv überfischt werden, überhaupt eine Chance zur Erholung bekommen.
Was bedeutet das für „30×30“?
Das 30×30‑Ziel wurde 2022 im Global Biodiversity Framework beschlossen – doch ohne Hochsee‑Regeln war es unmöglich umzusetzen.
Mit dem heutigen Inkrafttreten des Abkommens:
- kann die Welt erstmals global koordinierte Schutzgebiete auf der Hohen See schaffen
- rückt das 30‑Prozent‑Schutzziel in greifbare Nähe
- wird Meeresschutz rechtlich einklagbar und messbar
Ohne dieses Abkommen wäre 30×30 reine Symbolik geblieben.
Warum heute ein historischer Tag ist
Weil wir ab jetzt:
- die Hohe See überhaupt schützen können,
- Meeresschutz global und verbindlich wird,
- Arten wie Haie, Wale, Rochen und Schildkröten realistische Überlebenschancen bekommen,
- und das größte Ökosystem des Planeten – die Hochsee – endlich politische Aufmerksamkeit erhält.
Oder wie die High Seas Alliance es formuliert:
Wir haben jetzt die Werkzeuge in der Hand, um fast die Hälfte des Planeten zu schützen.
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